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Verlängerung der AKW-Laufzeiten keine Lösung

Artikel erschienen in Rundfunk Berlin-Brandenburg, 04. Januar 2006

Scheer: Weg zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien muss fortgesetzt werden - Verlängerung der AKW-Laufzeiten keine Lösung

Der SPD-Energieexperte Hermann Scheer hat Forderungen aus der Union zurückgewiesen, die Laufzeiten von Atomkraftwerken zu verlängern. Im Inforadio verwies Scheer am Mittwoch auf die Koalitionsvereinbarung von SPD und CDU/CSU. Danach werde an den Gesetzen zum Ausstieg aus der Atomenergie festgehalten.

Scheer verwies zugleich darauf, dass die Sicherheitsvorkehrungen in den Atomkraftwerken auf die verkürzte Laufzeit ausgerichtet seien: "Wer glaubt, die Dinge so weiter laufen lassen zu können, irrt sich gewaltig." Der SPD-Politiker warf den Befürwortern einer Laufzeitverlängerung vor, letztlich den Wiedereinstieg in die Nutzung der Atomenergie anzustreben. Dann werde "immer weiter verlängert, immer weiter verlängert, bis dann schließlich die Neubauten kommen".


Um die Abhängigkeit von Rohstoff-Importen zu verringern, plädierte Scheer dafür, erneuerbare Energien stärker zu nutzen. Hier gebe es keine Ressourcenprobleme und -monopole. Zudem brauche die Installierung von Windkraft oder Solaranlagen nur wenige Tage; dagegen dauere der Bau von neuen Großkraftwerken oder AKW mehrere Jahre. "Gerade wenn es um den Faktor Zeit geht - und um den wird es zunehmend gehen angesichts der Energiefalle, in der wir stecken aufgrund der allzu großen Abhängigkeit von Erdöl und von Erdgas - desto gewichtiger werden die Argumente für erneuerbare Energien", so der SPD-Politiker.

Interview (audio)